Nach dem Schleifen, Ausbessern und Grundieren kommt bei unserer Altbautür ein weiterer Arbeitsschritt: die offenen Fugen und Übergänge an den Kassetten werden sauber geschlossen.

Gerade bei alten Kassettentüren zeigen sich nach dem Schleifen häufig kleine offene Fugen zwischen den einzelnen Holzteilen. Jahrzehntelange Nutzung und die natürliche Bewegung des Holzes hinterlassen ihre Spuren.

Hier kann ein überstreichbarer Acryl-Dichtstoff sinnvoll sein – vorausgesetzt, die betreffende Fuge ist dafür geeignet und wird nur geringfügig bewegt. Acryl ist kein universeller Reparaturstoff für jede Fuge. Bei stärker arbeitenden Verbindungen muss zunächst geprüft werden, ob ein anderer Aufbau sinnvoller ist.

Sauber arbeiten

Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und frei von Staub und Fett sein. Das Acryl wird mit der Kartuschenpistole möglichst gleichmäßig in die Fuge eingebracht.

Und hier gilt eine alte Handwerkerregel weiterhin: Nicht mehr Material verwenden als notwendig.

Je sauberer das Acryl eingebracht wird, desto weniger muss anschließend korrigiert werden.

Auf unserem Foto sieht man unseren Altbau-Experten bei genau dieser Arbeit mit der Kartuschenpistole.

Acryl glätten

Jetzt kommt eine Stelle, bei der ich unseren ursprünglichen Artikel korrigieren würde.

Damals haben wir empfohlen, das frische Acryl mit Wasser und einem „großzügigen Schuss Spülmittel“ zu glätten. Eine solche pauschale Empfehlung würde ich heute nicht mehr geben.

Moderne Acryl-Dichtstoffe unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Verarbeitung. Einige Hersteller beschreiben das Glätten mit einem angefeuchteten Werkzeug, gleichzeitig sind immer die Angaben des konkret verwendeten Produkts maßgeblich.

Deshalb: Kartusche beziehungsweise technisches Merkblatt beachten.

Überschüssiges Material sollte entfernt werden, solange es noch frisch ist.

Wann darf lackiert werden?

Auch hier gibt es keine allgemeingültige Wartezeit.

Überstreichbare Acryl-Dichtstoffe dürfen erst entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Herstellers beschichtet werden. Die tatsächliche Trocknung beziehungsweise Aushärtung hängt unter anderem von Fugengröße, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Produkt ab. Zu frühes Überstreichen kann Probleme verursachen – Brillux weist beispielsweise ausdrücklich auf mögliche Rissbildung in einer zu früh aufgebrachten Beschichtung hin.

Deshalb verzichten wir bewusst auf Angaben wie „nach zwei Stunden“ oder „am nächsten Tag“.

Die Produktangabe entscheidet.

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Tipps vom Altbaumeister

Acryl und Silikon sehen aus der Kartusche ähnlich aus – erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Soll eine Fuge anschließend lackiert werden, muss der verwendete Dichtstoff ausdrücklich dafür geeignet sein.

Maleracryl ist für viele gering beanspruchte Anschlussfugen überstreichbar. Aber auch hier gilt: Dichtstoff, Untergrund und spätere Beschichtung müssen miteinander verträglich sein. Im Zweifelsfall hilft eine kleine Probefläche.

Und gerade bei einer alten Kassettentür würde ich nicht versuchen, jede Fuge einfach mit Acryl verschwinden zu lassen. Ein wenig Bewegung gehört zu Holz. Entscheidend ist, welche Fuge tatsächlich geschlossen werden sollte – und welche zur Konstruktion der Tür gehört.