Auch die Waschmaschine muss gelegentlich gewaschen werden
Eine Waschmaschine erledigt jahrelang eine ziemlich undankbare Arbeit.
Wasser, Waschmittel, Hautfette, Flusen und Schmutz laufen ständig durch Trommel, Dichtungen, Einspülkasten und Schläuche. Gleichzeitig wird heute aus guten Gründen viel bei 30 oder 40 Grad gewaschen.
Das spart Energie und schont viele Textilien.
Es bedeutet aber auch: Die Maschine selbst braucht gelegentlich etwas Pflege.
Unangenehme Gerüche oder dunkle Ablagerungen an Dichtung und Waschmittelfach sind deshalb kein Grund, sofort über eine neue Waschmaschine nachzudenken.
Meist lohnt sich zuerst eine gründliche Reinigung.
Nach dem Waschen: trocknen lassen
Eine der einfachsten Maßnahmen kostet überhaupt nichts.
Nach dem Waschgang die Wäsche möglichst bald herausnehmen und die Tür beziehungsweise das Einfüllfenster eine Zeit lang geöffnet lassen.
Auch der Waschmittel-Einspülkasten sollte nicht sofort vollständig geschlossen werden, damit Restfeuchtigkeit abtrocknen kann.
Bosch und Miele empfehlen ausdrücklich, Tür beziehungsweise Waschmittelschublade nach dem Waschen geöffnet oder zumindest einen Spalt offen zu lassen.
Entscheidend ist:
Wo Feuchtigkeit schneller trocknet, haben unerwünschte Beläge und Gerüche schlechtere Bedingungen.
Waschmittelschublade nicht vergessen
Gerade im Einspülkasten sammeln sich Waschmittel- und Weichspülerreste.
Viele Schubladen lassen sich vollständig herausnehmen. Dann können sie mit warmem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. Auch der Schacht dahinter sollte kontrolliert werden.
Miele empfiehlt, auch Waschmittelreste und Kalkablagerungen an den Einspüldüsen zu entfernen.
Danach alles möglichst gut trocknen lassen.
Türdichtung kontrollieren
Bei Frontladern lohnt sich regelmäßig ein Blick in die Gummimanschette der Tür.
Dort sammeln sich gerne Wasser, Haare, kleine Fremdkörper oder Waschmittelreste.
Mit einem weichen Tuch auswischen und anschließend trockenreiben.
Keine scharfen Gegenstände verwenden – die Dichtung soll schließlich dicht bleiben.
Niedrige Temperaturen sind nicht das Problem – ausschließlich niedrige Temperaturen können es werden
Man muss seine normale Wäsche nicht ständig bei 90 Grad waschen.
Für viele Textilien wäre das unnötig und energetisch wenig sinnvoll.
Trotzdem empfehlen Fachstellen beziehungsweise Hersteller, die Maschine regelmäßig mit einem wärmeren Programm zu betreiben. Die Verbraucherzentrale nennt beispielsweise mindestens einmal monatlich einen 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Waschmittel. Miele empfiehlt ebenfalls regelmäßig Temperaturen über 60 Grad beziehungsweise ein Maschinenreinigungsprogramm.
Das bedeutet:
30 Grad ist für viele Waschgänge völlig in Ordnung. Die Waschmaschine sollte aber nicht ihr ganzes Leben ausschließlich niedrige Temperaturen sehen.
Maschinenreinigungsprogramm nutzen
Viele moderne Waschmaschinen besitzen inzwischen ein eigenes Programm wie „Trommel reinigen“ oder „Maschine reinigen“.
Wenn das eigene Gerät ein solches Programm besitzt, würde ich dieses verwenden.
Wie heiß es arbeitet und welches Reinigungsmittel dafür vorgesehen ist, steht in der Bedienungsanleitung.
Einige Hersteller empfehlen für die intensive Reinigung beispielsweise ein Programm mit hoher Temperatur. Bosch sieht für seinen speziellen Maschinenreiniger einen leeren Waschgang bei 90 Grad beziehungsweise bei der höchsten laut Gerät möglichen Temperatur vor.
Daraus würde ich aber keine allgemeine Regel machen, jede Waschmaschine regelmäßig leer bei 90 Grad laufen zu lassen.
Die Betriebsanleitung des eigenen Geräts geht vor.
Essigessenz? Lieber nicht
Essig galt lange als klassisches Hausmittel gegen Kalk und Gerüche.
Für moderne Waschmaschinen würde ich ihn jedoch nicht pauschal empfehlen.
Bosch rät ausdrücklich davon ab, Waschmaschinen mit Essig zu reinigen oder zu entkalken, weil die Säure Gummiteile beschädigen kann.
Eine ganze Flasche Essigessenz gehört deshalb erst recht nicht in die Trommel.
Wenn ein Maschinenreiniger oder Entkalker notwendig ist, sollte ein für Waschmaschinen geeignetes Produkt entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden.
Waschmittel richtig dosieren
Auch mehr Waschmittel bedeutet nicht automatisch mehr Sauberkeit.
Zu viel Waschmittel kann Rückstände und Schaumbildung verursachen. Zu wenig Waschmittel kann dagegen ebenfalls problematisch sein und Ablagerungen begünstigen.
Die richtige Menge richtet sich nach:
Wasserhärte, Wäschemenge und Verschmutzungsgrad.
Miele empfiehlt, bei unangenehmem Geruch auch die Waschmitteldosierung zu prüfen.
Die Dosierungsangabe auf der Waschmittelpackung ist deshalb tatsächlich sinnvoll.
Wenn die Waschmaschine bereits riecht
Dann würde ich systematisch vorgehen:
Zuerst Einspülkasten, Türdichtung und sichtbare Ablagerungen reinigen.
Danach – soweit das Gerät dies vorsieht – das Maschinenreinigungsprogramm oder ein heißeres Leerprogramm nach Herstelleranleitung durchführen.
Auch Flusensieb beziehungsweise Laugenfilter können je nach Gerät kontrolliert und gereinigt werden.
Bleibt der Geruch bestehen, obwohl die zugänglichen Bereiche sauber sind, kann sich Schmutz tiefer im System befinden.
Dann lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung oder gegebenenfalls der Kundendienst.
Tipp vom Altbaumeister
Eine Waschmaschine muss nicht glänzen wie ein Neuwagen.
Sie sollte aber innen trocken und sauber bleiben.
Nach dem Waschen also:
Wäsche heraus, Tür einen Spalt offen, Waschmittelfach trocknen lassen und gelegentlich die Dichtungen kontrollieren.
Und wenn die Maschine nur noch 30-Grad-Wäsche erlebt, darf sie zwischendurch auch einmal etwas wärmer arbeiten – aber nach den Vorgaben des Herstellers und nicht mit einer Flasche Essigessenz.



